Pikant an der ganzen Geschichte finde ich, dass es angeblich so viele und über einen längeren Zeitraum aufgelaufene Beschuldigungen gegen Frau Lichtinghagen gibt. Warum werden diese aber erst jetzt verfolgt ? Seltsam mutet mir auch der zeitliche Ablauf an, wo immer wieder "nachgelegt" wird, wenn eine Aktion noch nicht zum gewünschten Ergebnis (Lösung von Frau Lichtinghagen vom Fall Zumwinkel) führt.
Mir wäre es am Liebsten, wenn die ganze Staatsanwaltschaft Bochum mal durchleuchtet würde. Ich habe da so das Gefühl, dass da so einige interessante Querverbindungen zu Tage kommen könnten.
Übrigens soll Lichtinghagen laut HAZ die Anklage gegen Zumwinkel an der Behördenleitung vorbei dem Landgericht zugestellt haben (ob es sonst wohl überhaupt ein Verfahren gegen ihn gegeben hätte ?

). Außerdem soll sie sich eindeutig erzürnt gezeigt haben, dass die Behörde gegen die juristisch umstrittene Auslegung der teilweisen Verjährung von Vorwürfen in der Anklage keine Beschwerde eingelegt hat (warum eigentlich nicht ?).
Und all die in den letzten Tagen nach und nach auflaufenden Beschuldigungen lösen sich mit atemberaubender Geschwindigkeit immer wieder in Luft auf. Nur: die Dame wird von ihrer Arbeit abgelenkt, ebenso wie die Mitermittler, will ich mal meinen ...
Eines ist in all dem sicher:
die Zumwinkels und CO. können sich ob der zerstrittenen Anklägerschaft und dem jetzigen Kuddelmuddel genüßlich zurücklehnen und entspannen. Da kann man schon schwer ins Grübeln kommen ...
http://www.ksta.de/html/artikel/1229426977394.shtml
Ich stehe da scheinbar mit meiner Betrachtungsweise gar nicht so ganz allein da :
Zitat:
Liechtenstein-Skandal: Behördenspitze behindert Ermittlungen Protestaktion: Attac schickt Leiter der Staatsanwaltschaft BananenMit scharfer Kritik hat das globalisierungskritische Netzwerk Attac auf die angeblich freiwillige Versetzung der für die Liechtenstein-Affäre zuständigen Bochumer Staatsanwältin Margrit Lichtinghagen reagiert. "Eine Staatsanwältin, die Monate lang ermittelt und Fachwissen erworben hat, kurz vor Prozessbeginn auszutauschen, bedeutet, diesen im Sande verlaufen zu lassen", sagte Silke Ötsch von der bundesweiten Attac-Arbeitsgemeinschaft Steuern und Finanzmärkte. "Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Staatsanwältin kaltgestellt werden soll, weil sie für eine konsequente Bestrafung von Steuerbetrügern einsteht."
Lichtinghagen leitete die Ermittlungen gegen den ehemaligen Post-Chef Klaus Zumwinkel und zahlreiche weitere mutmaßliche Steuerhinterzieher aus "besseren Kreisen". Ihnen wird vorgeworfen, Steuern in Millionenhöhe nach Liechtenstein hinterzogen zu haben.
Für den Verdacht, dass die Behördenleitung effektive Ermittlungen gegen prominente Steuerhinterzieher behindern will, spricht nach Ansicht von Attac eine weitere "Panne": Zumwinkel wurde eine mögliche Freiheitsstrafe erspart, weil der Richter den Durchsuchungsbeschluss für seine Villa einen Tag zu spät unterzeichnete - ohne dass die Staatsanwaltschaft Widerspruch eingelegt hätte.
"Anscheinend ist es gängige Praxis, gegen Beamte vorzugehen, die konsequent gegen Steuerbetrug einflussreicher Personen ermitteln", stellte Silke Ötsch fest. Wie in dieser Woche bekannt wurde, sind im Jahr 2001 zahlreiche Steuerfahnder des Finanzamts in Frankfurt am Main zwangsversetzt worden, die gegen Hinterziehung der Zinsabschlagsteuer ermittelt hatten. Silke Ötsch: "Bei Steuerverfahren ist Deutschland eine Bananenrepublik: Für Wohlhabende und Einfussreiche gelten die Gesetze offenbar nicht." Während den "normalen" Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern die Kosten für die Bekämpfung der Finanzkrise aufgebürdet würden, helfe ein faktisches Zweiklassen-Rechtssystem den Vermögenden, sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung zu entziehen und ihr Geld am Fiskus vorbei in Steueroasen zu schaffen.
Attac forderte, Lichtinghausen wieder im Lichtenstein-Prozess einzusetzen, so lange die Vorwürfe gegen sie nicht geklärt sind. Um ein konsequentes Vorgehen gegen Steuerdelikte zu ermöglichen, müssten zudem Rechte von Behördenleitungen eingeschränkt und den Beschäftigen mehr Mitsprache ermöglicht werden. Attac forderte die Bundesregierung zudem auf, sich effektiv für die Schließung von Steueroasen einzusetzen.
Aus Protest gegen die Versetzung Lichtinghagens hat die Attac-AG Steuern und Finanzmärkte dazu aufgerufen, dem Leiter der Bochumer Staatsanwaltschaft, Bernd Schulte, Bananen zu schicken.
http://www.pressrelations.de/new/standa ... &sektor=pm
Bananen als eine verbrämte Anspielung auf ein "Affentheater" ? Hat was ...
Wußte eigentlich schon einer von Euch, dass von dem bislang 4köpfigen Ermittlungsstab "Liechtenstein" vor Kurzem schon ein Mitglied "abgezogen" wurde ? Lichtinghagens Abteilungsleiter, Oberstaatsanwalt Eduard Güroff (64), eine weitere treibende Kraft bei den Ermittlungen, ist vor einigen Tagen in den Kosovo gegangen, um dort im Auftrag der EU beim Aufbau einer Staatanwaltschaft zu helfen und Gesetzeslücken aufzuspüren.
Es wird immer komischer .............................
