Unterschriftenaktion gegen Kernkraft

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nicita
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Und für die, die gar nicht lesen

Beitrag von nicita » 09.11.2008, 22:04

möchte ich noch diesen Satz aus der gleichen Quelle hinzufügen:
Noch mehr gesicherte Leistung könnte man gerade durch erneuerbare Energien zur Verfügung stellen, wenn es Fortschritte bei der Speichertechnik gibt.

gnadenlos
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Beitrag von gnadenlos » 09.11.2008, 22:08

rattie hat geschrieben:Ein sofortiger Ausstieg ohne adäquate Alternativen ist wirtschaftlicher Selbstmord. Auch ich bin gegen die Atomlobby. Allerdings ist es vernünftiger ein Programm zum vernünftigen Ausstieg zu gestalten. Es kann doch nicht sein, dass wir nach 2020 schmutzigen Atomstrom aus Frankreich und Tschechien kaufen und uns nebenbei noch abhängig vom Ausland machen. Ein wenig Geduld muss man auch hier haben. Aber der Deutsche denkt wirklich in Schwarz-Weißschemen.

Der Ratz
Die Kernenergie ist hoch subventioniert. Sie steht damit einer ungehinderten Entwicklung anderer Möglichkeiten im Weg. Und wie nicita bereits schrieb, reden wir hier nicht über (technisch) moderne Kraftwerke.

Wenn Du glaubst, dass uns Kernkraftwerke in irgendeiner Form unabhängig vom Ausland machen, dann bist Du schief gewickelt. Der Abhängigkeitsgrad ist der gleiche, wie bei Öl und Gas (Stichwort: Uranförderung und -anreicherung; Wiederaufbereitung etc.)

Hast Du schon einmal den wirtschaftlichen Schaden im Falle einer Kernschmelze berechnet? Wie hoch ist der bereits entstandene (und nie endende!) wirtschaftliche Schaden bzgl. Atommülllagerung? Allein der letztgenannte Schaden steht - ohne Unfall - in keinem Verhältnis zum Ertrag. Der Ertrag ist und bleibt - wirtschaftlich betrachtet - weniger als null. 450 Tonnen Atommüll pro Jahr müssen bezahlt werden. Nicht einmal - fortlaufend!

Wer nach all den Erkenntnissen und Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte auch heute noch auf Kernenergie setzt, kommt auf die Liste jener Lichtgestalten, die im Falle eines Falles als "Liquidatoren" verpflichtet werden. :)

Gruß
gnadenlos
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt. (Albert Einstein)

gnadenlos
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Re: Da fasst Du ein heißes Eisen an...

Beitrag von gnadenlos » 09.11.2008, 22:11

nicita hat geschrieben: Und es zeigt eigentlich, dass wir schon eine total verquere Wahrnehmung haben. Geld ist wichtiger als alles. Geld, Geld, Geld, und das um jeden Preis. Und das ist das bittere an unserer Zeit. Ich frage mich oft, wie irre das eigentlich ist. :( Vielleicht waren wir Menschen ja früher doch sehr viel weiter, als wir es heute sind, auch wenn es augenscheinlich nicht so scheinen mag :roll:

LG
nicita
Und das "Schöne" daran ist, dass man nicht einen Cent durch Kernenergie einspart. Im Gegenteil: ein Fass ohne Boden.

Gruß
gnadenlos
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nicita
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Beitrag von nicita » 09.11.2008, 22:20


fjarill
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Re: Da fasst Du ein heißes Eisen an...

Beitrag von fjarill » 10.11.2008, 16:59

nicita hat geschrieben:
Sonnerl hat geschrieben:Nun will ich doch nach meiner Unterschrift nebst Bestätigungsmail auch meinen Verschwörungsmist dazugeben.

Da stellen sich doch ein paar Sozialpolitiker hin, und erzählen mir den Mist von Hartz 4, Sozialkürzungen müssen sein, Staatsverschuldung und wir könnten diese finanzielle Last nicht unseren Kindern und Enkelkindern hinterlassen....müssen kürzen an Bildung, Rente und Pflegekräften und haben gleichzeitig nicht die geringsten Skrupel unseren Kindern, Enkeln, Urenkeln, UrUrenkeln etc. etc. Atommüll zu hinterlassen ...

Wie blind und verbohrt muß man sein....
Und es zeigt eigentlich, dass wir schon eine total verquere Wahrnehmung haben. Geld ist wichtiger als alles. Geld, Geld, Geld, und das um jeden Preis. Und das ist das bittere an unserer Zeit. Ich frage mich oft, wie irre das eigentlich ist. :( Vielleicht waren wir Menschen ja früher doch sehr viel weiter, als wir es heute sind, auch wenn es augenscheinlich nicht so scheinen mag :roll:

LG
nicita


Genau das ist es, was mich an der ganzen Diskussion rund um die Thematik des potentiellen Endlagers Gorleben so maßlos auf die Palme bringt:
wenn alle Argumente versiegen (was leicht geschieht, weil es neben einem haufen Gutachten für Gorleben als Endlager genauso viele gegen diesen Salzstock als Endlager gibt), dann wird automatisch die Kostenkeule rausgeholt. Die Erkundung hätte in den letzten 18 Jahren schon soviel Geld gekostet, dass man es sich nicht leisten könne, eine offene Endlagersuche zu unterstützen ! Aber könne wir es uns wirklich leisten, eine offene Endlagersuche NICHT zu unterstützen. Weiterhin allen alternativen Endlagersuchen und Lagermethoden die finanzielle Unterstützung zu entziehen ?

Sorry, aber bei soviel Verlogenheit könnte ich kotzen !
Frau Merkel macht mal eben innerhalb einer Woche 500 Milliarden für die Banken locker, aber bei nicht einmal 1% dieser Kosten über 18 Jahre verteilt beginnt das Geheule ? Dabei sind die Folgen, wenn irgendetwas in einem Endlager Gorleben nicht so richtig laufen würde, wie man das gerne hätte, weitaus langfristiger und kostenintensiver (von den gesundheitlichen Schäden gar nicht zu reden), als jede Bankenkrise.

Aber Frau Merkel war sich ja auch schon bei Morsleben sicher, dass es als Endlager geeignet sei. Entgegen aller Warnungen. Sie hat Morsleben persönlich zu verantworten.

Was bitteschön hindert uns denn wirklich daran, nach MEHREREN sicheren Endlagern zu suchen. Ergebnisoffen bitteschön und nicht indem die Paramter passend gemacht werden, weil das Ergebnis schon feststeht ?
Warum denn präferieren Frankreich, die Schweiz oder die USA ganz andere Gesteinsformationen als Salz ? Warum betrachten sie Salzlager als nicht sicher für ein Endlager ? Und warum zum Teufel wird das von den Entscheidungsträgern hierzulande so massiv unter den Tisch gekehrt ?

Jeder Castor, der im TBL/Zwischenlager Gorleben eingestellt wird, führt eine "offene" Endlagersuche zusätzlich ad absurdum. Führt dazu, dass Gorleben als Endlager schon feststeht, bevor die Prüfungsergebnisse noch alle vorliegen.

Oder wie anders ist der Ausspruch von Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus ( http://www.stern.de/politik/deutschland ... 5.html?p=2 ) zu verstehen, der gestern in einem Interview monierte, man habe doch schon ein Endlager, man solle jetzt auch endlich anfangen, es zu nutzen ????? :x
Ist er so blond, dass er wirklich meint, Gorleben ist schon ein Endlager oder handelt es sich um einen Freudschen Versprecher eines CDU-Politikers , der belegt, dass Gorleben längst beschlossene Sache ist. Gepfiffen auf die Gutachten ?

Wer weiß denn heute noch, dass die Konzentration auf Gorleben als einziges Erkundungsbergwerg eine rein politische Entscheidung war ? In Zeiten, wo man der Bevölkerung schon wieder klarmachen muß, dass die Castoren in einem oberirdischen ZWISCHENLAGER stehen (noch mindestens 20 weitere Jahre) und mitnichten unter der Erde ?
Wer hat noch Kenntnis darüber, wie es zu Gorleben als einzigem Erkundungsbergwerg gekommen ist, nicht zuletzt getragen durch die Vorstellung, dass Gorleben im damaligen Zonenrandgebiet den Klassenfeind jenseits der auf drei Seiten nur wenige Kilometer liegenden DDR schon abschrecken würde und dem Ministerpräsidenten Albrecht damals wirtschaftliche Zusagen durch den Bund für den strukturschwachen Raum in Form eines großen Nuklearforschungszentrums und einer Wiederaufbereitungsanlage gemacht wurden, also massenweise Arbeitsplätze bedeutend.
Dass es damals nicht einen einzigen wissenschaftlich fundierten Grund dafür gab, sich ausschließlich auf Gorleben zu kaprizieren ?

Warum heute an einer offensichtlichen Fehlentscheidung festhalten ? Nur des Geldes wegen ? Dann frage ich mich ziemlich übel, wie wenig unserem Staat die Gesundheit und das Leben seiner Bürger überhaupt wert sind.

Ich habe heute Nacht hier gesessen, als in wenigen Kilometer Entfernung die Castoren vorbeiratterten, begleitet von einer ohrenbetäubenden Mannschaft an Polizeihubschraubern, die die Gegend absicherten.
Ich kann nur sagen: mir war extrem mulmig dabei und ich denke lieber gar nicht darüber nach, dass die Dinger dann in Zukunft auf ewig hier rumstehen werden. Ob ober- oder unterirdisch spielt dabei kaum eine Rolle ...


LG,
fjarill

gnadenlos
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Beitrag von gnadenlos » 10.11.2008, 18:55

Interessant, dass man beim letzten Transport noch von Castoren spricht. Die deutschen Behälter hatten gar keine Genehmigung erhalten. Aber Castor scheint inzwischen so ein Begriff zu sein wie "Tempo" fürs Papiertschentuch. :)

Nach der plausiblen Wissenschaft (auf die von der Politik engagierten Ingenieure etc. pfeife ich ein dreifaches "Verschwör-Verschwör!"), kann es kein Endlager geben, da die Erdbewegungen der nächsten 24000 Jahre nicht berechnet werden können. Wie bekannt, hat man sich ja schon bei einem Zeitraum von nur einem Jahrzehnt erheblich verschätzt. Es bleiben also nur offene Zwischenlager. Die sind nicht schlechter (vielleicht sogar besser) als die erträumten Endlager, kosten aber richtig viel Kohle - Tag für Tag, Jahrtausend für Jahrtausend und noch länger ...

Gruß
gnadenlos
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt. (Albert Einstein)

Knurro_Knurreck
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Re: Glaubst Du nicht, Knurro, dass wir bereits sehr

Beitrag von Knurro_Knurreck » 10.11.2008, 21:56

nicita hat geschrieben:viel weiter sein könnten in der Entwicklung von bspw. Speichermöglichkeiten für ernauerbaren Energien? Nur weil Du das nicht sehen kannst, heißt es ja nicht, dass es nicht so ist. Ich habe ein paar Jahre in diesem Bereich (periphär) gearbeitet, und habe mitbekommen, wie sich teilweise gegen vielversprechende Forschungsvorhaben gesperrt wurde, auch wenn es nach außen nicht den Anschein hatte.

Es gibt Pumpspeicherwerke.. zugegeben.. auf dem flachen Land vielleicht nicht ganz so leicht realisierbar. Druckspeicherwerke stecken ja leider Gottes - warum nur? - in den Kinderschuhen.

Vielleicht habe ich mich etwas missverständlich oder falsch ausgedrückt. Es geht darum, verschiedene Energieformen in vernünftiger Weise zu kombinieren - ich habe das als großes virtuelles Kraftwerk bezeichnet, obwohl es ja so nicht zutreffend ist. Es ist einfach ein Mix aus allen verfügbaren erneuerbaren Energien. Die Problematik - um jetzt mal bei der Windenergie zu bleiben - ist ja die, den Überschuss - sprich bei viel Wind - zu speichern. Mit Druckkraftwerken könnte man dies tun, sofern man diese weiter entwickeln würde (was man sicher auch tun würde, wäre es nicht so schön bequem mit Kernkraft).

Es ist ja bei dem ganzen nicht nur das Wirtschaftsministerium involviert, sondern es gibt ja auch noch das BMU (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit - hier ein Link zu relevanten Seiten http://www.bmu.de/ueberblick/atomenergi ... /41319.php) Es sind auch nicht alle wirtschaftlich und vernünftig denkenden Menschen dafür, die Laufzeiten zu verlängern. So kann man also nicht argumentieren.. da scheiden sich die Geister.

Gl hat aus meiner Sicht vollkommen recht, wenn er schreibt, dass es nur wirschaftliche Gründe auf Seiten der Betreiber gibt. Realisieren ließe sich sicher noch viel mehr. Das wurde schon bewiesen, als zeitgleiche mehrere Meiler außer Kraft waren, und wir dennoch Strom hatten. Wir hätten ja dann da schon Probleme mit der Versorgung haben müssen - war aber nicht.

LG
nicita
Was ich von meinen Dienstreisen her kenne, ist , dass die Windkraftenergie ein gutes Geschäft ist und dass sie demzufolge auch weiterentwickelt wird. Deshalb schrieb ich, dass ich eine gebremste Entwicklung auf diesem Gebiet nicht sehe.

Zum anderen ist mir auch klar, dass die bereits abgeschriebenen KKWs im Unterhalt weniger kosten als die Errichtung neuer KKws. Deshalb ist man auch interessiert diese länger zu betreiben. Unter kaufmännischen Gesichtspunkten kann ich das sogar nachvollziehen, weil's üblicherweise jeder so macht.

Was schließlich die jederzeit für jeden verfügbare Stromversorgung anlangt, erinnere ich an den großen Stromausfall vor ca. 2 Jahren, der damals verursacht wurde, weil eine über den Ems-Kanal führende Überlandleitung wegen der Durchfahrt eines Schiffes der Meyer-Werft abgeschaltet werden musste. Dieser Stromausfall zog sich durch bis nach Spanien und auch ein Verbund mit Nachbarländern half hier nicht weiter.

Daraus folgt für mich, dass es mit den Reserven nicht so weit her ist und eine Abschaltung von KKWs - die sich jeder normale Mensch wünschen würde - so schnell nicht realisierbar sein wird.

Im Übrigen nützt es auch nicht viel, wenn ein 900 km entferntes altes deutsches KKW (meinetwegen Krümmel oder wie das heißt) abgeschaltet wird und nebenan ein tschechisches KKW in Tschernobyltechnik weiterbetrieben wird.

Was die notwendige Bereitstellung von Leistung durch deutsche Kraftwerke anlangt, sollte man mehr auf die Berechnungen der Ingenieure vertrauen als auf die Parolen Grüner.

Im Übrigen: Bei einem KKW-Unfall ist der Politiker genauso betroffen, wie der KKW-Direktor oder der Ingenieur, so dass ich unterstelle, dass diese Leute auch über die Gefahrenaspekte und Langzeitfolgen von KKWs nachdenken. Volksverblödung allen Ortes zu unterstellen halte ich hier nicht für angezeigt.

LG Knurro

Sonnerl
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Re: Glaubst Du nicht, Knurro, dass wir bereits sehr

Beitrag von Sonnerl » 10.11.2008, 22:44

Knurro_Knurreck hat geschrieben:Was die notwendige Bereitstellung von Leistung durch deutsche Kraftwerke anlangt, sollte man mehr auf die Berechnungen der Ingenieure vertrauen als auf die Parolen Grüner.

Hallo Knurro - ach was solls
Hai Knurro


Ich persönlich traue keiner grünen Parole mehr, seit Ex-Parteivorsitzender Rezzo Schlauch und bekennender LSD-Konsument als Beirat von EnBW tätig ist, nachdem er seiner Tätigkeit bei einer CSU-Anwaltskanzlei müde war, nachdem er wiederum seines Amtes müde war aber nicht seines Mandates.


Im Übrigen: Bei einem KKW-Unfall ist der Politiker genauso betroffen, wie der KKW-Direktor oder der Ingenieur, so dass ich unterstelle, dass diese Leute auch über die Gefahrenaspekte und Langzeitfolgen von KKWs nachdenken.

Nun fällt mir der damalige Innenminister ein, Zimmermann hieß er, du weißt schon - Tschernobyl - seine Familie war eine der Ersten die sich rein zufällig umgehend nach Spanien in den Urlaub begaben, trotz Schulferien?!? Obwohl Kinder seiner Familie schulpflichtig waren?!
Ich muß zugestehen: Er selbst blieb im Land und bewieß Rückgrad und verbreitete seine "Beruhigungspropaganda" aus dem Bunker in der Eifel.
Allerdings war er nicht der Einzige, der seine Familie in den Urlaub schickte noch bevor die Öffentlichkeit wusste, was in der Ukraine passiert war.


Und einem Wissenschaftler oder Ingenieur, mit derlei Leuten habe ich beruflich zu tun, traue ich nur soweit, wie ihre Forschungsgelder und Zuschüsse genehmigt werden oder nicht und vor allem von wem.
Und so manches Gutachten sollte man besser als Schlechtachten bezeichnen.



Volksverblödung allen Ortes zu unterstellen halte ich hier nicht für angezeigt.

Ganz sicher nicht. Aber wenns um's wesentliche geht, immer öfter. Und wenns gar ums Geld geht, dann guck einfach täglich Nachrichten

nicita
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Also Knurro...

Beitrag von nicita » 11.11.2008, 07:47

schade, dass Du nicht die eingestellten Links geklickt, oder wenigestens die Zitate gelesen hast. Dann hättest Du gesehen, dass das Wirtschaftsministerium dazu ein Gutachten erstellt hat, und daraus hervorgeht, dass die Abschaltung durchaus möglich ist. Auch hast Du nicht gelesen, welche Haltung das BMU zu dieser Angelegenheit vertritt. Ich habe auch einen Link zu Seiten des BMZ eingestellt, auf denen klar zu lesen ist, dass ein Weiterbetrieb alter Meiler unvertretbar ist, wenn man alle Gesichtspunkte berücksichtigt.

Es ist gerade umgekehrt... von Seiten der AKW-Befürworter wird damit Angst gemacht, dass die Versorgung leidet, und Strom noch teurer wird.

LG
nicita

feuerxxw
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Naja, dachte ich mir schon !

Beitrag von feuerxxw » 11.11.2008, 20:05

ZDF Nachrichten brachte eben die Meldung, dass der Atommülltransport im Endlager Gorleben, mit großer Verspätung angekommen ist ! :roll:

Er brachte weiter, dass tausende Polizisten im Einsatz waren, um die Demos zu begrenzen und den Transport zu sichern . Die Polizisten aber auch die Atomkraftgegner hatten auf diese Art, ein "sche...ss" Wochenende !!! :roll:

Der gutmütige Steuerzahler dagegen hat nun eine satte Rechnung von 20 Millionen Euro nun zu erwarten und natürlich auch zu begleichen! :roll:

Die Energiewirtschaft dagegen hat ihr Atom-Dreckmaterial trotzdem wieder für immer los. Das Volk hat sich mal wieder untereinander verprügelt ! :evil: Die Lagerkosten des A-Mülls zahlt die Gesellschaft und die Kosten des Transports von 20 Mio €, kostet die Atomwirtschaft nicht einmal einen Cent ! Welches Interesse hätte da eine Atomwirtschaft , um jemals aus dieser für sie gewinnbringende, aber für uns unsinnige Energieerzeugung, jemals wieder auszusteigen? :roll:

Also politisch so immer schön weiter machen ! :roll: Es gibt mir ein wirkliches, beschützenswertes Heimatgefühl. Nur Politiker können beim kleinen Mann eigentlich solche warmen Gefühle schaffen ! :wink:
Zuletzt geändert von feuerxxw am 11.11.2008, 20:14, insgesamt 1-mal geändert.
Auch die Ruhe ist ein Teil des Lebens

Knurro_Knurreck
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Re: Also Knurro...

Beitrag von Knurro_Knurreck » 11.11.2008, 20:10

nicita hat geschrieben:schade, dass Du nicht die eingestellten Links geklickt, oder wenigestens die Zitate gelesen hast. Dann hättest Du gesehen, dass das Wirtschaftsministerium dazu ein Gutachten erstellt hat, und daraus hervorgeht, dass die Abschaltung durchaus möglich ist. Auch hast Du nicht gelesen, welche Haltung das BMU zu dieser Angelegenheit vertritt. Ich habe auch einen Link zu Seiten des BMZ eingestellt, auf denen klar zu lesen ist, dass ein Weiterbetrieb alter Meiler unvertretbar ist, wenn man alle Gesichtspunkte berücksichtigt.
Ich habe sie natürlich gelesen und zwar nicht nur das vom Umweltministerium, sondern auch die weiterführenden, mich aber dazu nicht geäußert, weil die Zahlen und Folgerungen zum Teil in sich widersprüchlich und damit ungeeignet als Beleg sind.

Im Übrigen schreibt Dein BMU klipp und klar:

Zitat:
Andererseits wird aber auch beim Stocken von Projekten keine Gefährdung der Versorgungssicherheit gesehen. In diesem Falle müssten lediglich ältere Kraftwerke länger laufen - was zu höheren Kosten und höheren Treibhausgasemissionen führen würde, nicht aber zu einer Gefährdung der Versorgung.
Zitatende.

Dies stimmt auch mit den Aussagen des Wirtschaftsministeriums überein.

Erinnere dich an den großen Stromausfall im November 2006. Der paßt halt in kein grünes Argument und er sagt mehr aus, als irgendwelche Berichte.

Der Behauptung, dass eine Energieversorgung ohne KKWs möglich sei, setze ich entgegen, dass dann alle anderen KWs unter Vollast fahren müßten. Abgesehen davon, dass das kein technisches System auf Dauer aushält, würden dadurch auch die Treibhausgase erheblich ansteigen.

Die einzige Möglichkeit, die KKWs abschalten zu können, wäre, den Energieverbrauch in den Haushalten zu kontigentieren bzw zu begrenzen. Ein Grüner Mensch würde es selbstverständlich begrüßen, wenn er beispielsweise nur Strom von 6 bis 14 Uhr und von 18 bis 22 Uhr zur Verfügung gestellt bekommen würde.

LG Knurro

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Re: Da fasst Du ein heißes Eisen an...

Beitrag von feuerxxw » 11.11.2008, 20:56

Hallo fjarill


[quote="fjarill
Was bitteschön hindert uns denn wirklich daran, nach MEHREREN sicheren Endlagern zu suchen. Ergebnistoffen bitteschön und nicht indem die Paramter passend gemacht werden, weil das Ergebnis schon feststeht ?
Warum denn präferieren Frankreich, die Schweiz oder die USA ganz andere Gesteinsformationen als Salz ? Warum betrachten sie Salzlager als nicht sicher für ein Endlager ? Und warum zum Teufel wird das von den Entscheidungsträgern hierzulande so massiv unter den Tisch gekehrt ?
Sag mir mal bitte wieso die Gesellschaft zuständig ist, um Müllendlager zu finden und auszubauen, noch dazu für ein oder mehrere Privatunternehmen? Die gleichen Rechte und Vergünstigungen hätten dann alle anderen Unternehmen in Deutschland dann aber auch!? Alle anderen Unternehmen in Deutschland sind für die Beseitigung von Müll selbst eigen verantwortlich ? :roll: Das kostet diese Betriebe viele Milliarden Euro im Jahr ! Auch müssen diese ihre Betriebe schließen, wenn der mit erzeugte Abfall/Müll Werte aufweist, die eine Gefährdung für Mensch und Umwelt darstellen. :?

Hier wird mit zweierlei Maß gemessen ! Es zeigt mir auch, dass der Staat und die Energiewirtschaft gemeinsame Interessen haben ! Deswegen die viel zu enge Zusammenarbeit miteinander! Deswegen die viel zu hohen Energiekosten für die Unternehmen und auch für die gesamte Bevölkerung ! :evil:
Ich bin nur wieder gespannt, wann unser bayrische Wirtschaftsminister, seine fürchterlichen Drohungen gegen die Energiewirtschaft, wieder ausstoßen wird?! :roll: :twisted:

Grüßchen
Auch die Ruhe ist ein Teil des Lebens

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Re: Naja, dachte ich mir schon !

Beitrag von fjarill » 11.11.2008, 22:27

feuerxxw hat geschrieben:ZDF Nachrichten brachte eben die Meldung, dass der Atommülltransport im Endlager Gorleben, mit großer Verspätung angekommen ist ! :roll:

Er brachte weiter, dass tausende Polizisten im Einsatz waren, um die Demos zu begrenzen und den Transport zu sichern . Die Polizisten aber auch die Atomkraftgegner hatten auf diese Art, ein "sche...ss" Wochenende !!! :roll:

Der gutmütige Steuerzahler dagegen hat nun eine satte Rechnung von 20 Millionen Euro nun zu erwarten und natürlich auch zu begleichen! :roll:

Die Energiewirtschaft dagegen hat ihr Atom-Dreckmaterial trotzdem wieder für immer los. Das Volk hat sich mal wieder untereinander verprügelt ! :evil: Die Lagerkosten des A-Mülls zahlt die Gesellschaft und die Kosten des Transports von 20 Mio €, kostet die Atomwirtschaft nicht einmal einen Cent ! Welches Interesse hätte da eine Atomwirtschaft , um jemals aus dieser für sie gewinnbringende, aber für uns unsinnige Energieerzeugung, jemals wieder auszusteigen? :roll:

Also politisch so immer schön weiter machen ! :roll: Es gibt mir ein wirkliches, beschützenswertes Heimatgefühl. Nur Politiker können beim kleinen Mann eigentlich solche warmen Gefühle schaffen ! :wink:

Nö, feuerxxw, es ist noch "besser" :
die Kosten von 20 Mio. allein für das Land Niedersachsen (das vermutlich nicht einmal "Urheber" dieses Atommülls ist sondern nur die Kosten tragen darf) heißt nicht, dass die Betreiber den Müll für immer los sind: sie sind zu 75% an den Betreibergesellschaften von Gorleben, Morsleben und Asse beteiligt und kassieren Subventionen für diese Zwischenlager ! Der größte Witz ist, dass z.B. im Fall vom TBL Gorleben die AKW-Betreiber pro Stellplatz 25.000 Euro jährlich an den Betrieber des TBL zahlen (egal, ob genutzt oder nicht), sie diese Kosten dann aber sogar noch steuerlich geltend machen können !!!

Wir werden hier echt doppelt und dreifach beschissen und fallen alle schön auf die Propaganda ("die Demonstranten machen die Transporte so teuer") rein.

Provokante Frage: warum muß der Steuerzahler/Staat überhaupt für die Sicherheitskosten während der Transporte aufkommen ? Jeder "Privatunternehmer", der Gefahrgüter auf öffentlichen Verkehswegen transportiert, hat für die Kosten dieser Sicherung auch aufzukommen ! Und wenn man dem aktuellen Spiegel auf Seite 45 Glauben schenken darf, dann verdienen die Stromkonzerne eher noch an der Entsorgung ihres Mülls, dessen Produktion sie sich vorher teuer haben haben vergüten lassen.

coco
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Beitrag von coco » 12.11.2008, 06:40

Die Abhängigkeit der deutschen Energieversorgung von Importen ist im Zeitablauf
ständig gestiegen. Sie beträgt bei Uran 100 %, bei Mineralöl nahezu 97 % und bei Gas
83 %. Bei Steinkohle beträgt der Importanteil 61 %. Lediglich bei Braunkohle und bei
den erneuerbaren Energien greift Deutschland vollständig auf einheimische
Energieproduktion zurück. Strom aus Kernenergie wird nach internationaler Konvention
als heimische Energiequelle gewertet.
Quelle: BMU

Die Abhängigkeiten bestehen schon jetzt und an sich ist es unerheblich ob ich ein fertiges Produkt oder lediglich den Rohstoff importiere.
Kostengünstig ist der Atomstrom keineswegs wenn man dies mal genauer betrachtet, allerdings für die Betreiber von Atomkraftwerken durchaus lukrativ, denn für die Kosten der Abfallbeseitigung wird letztendlich der Steuerzahler aufkommen.

Erstaunlich ist die Eingebung das es nur grüne Parolen sind, die behaupten das Atomstrom nicht nötig ist. Augenscheinlich werden die Ergebnisse der Ingenieure ignoriert. Wenn Studien im Auftrag des BMU ebenfalls zu diesem Ergebnis kommen wie folgender Link zeigt.

http://www.bmu.de/atomenergie_ver_und_e ... /42058.php


Was den Stromausfall im November 2006 betrifft, so sagt die Bundesnatzagentur dazu folgendes:

http://www.bundesnetzagentur.de/media/archive/9007.pdf

Fehlverhalten von Netzbetreibern und mangelnde Kommunikation waren wohl Hauptgründe für den Stromausfall.

Liebe Grüße
coco
;) [url=http://www.kaleidoskop-sky.info]SoS[/url] sUChSt Du nOcH oDEr LeBsT dU ScHOn ¿

nicita
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Richtig, coco

Beitrag von nicita » 12.11.2008, 07:02

Übrigens lustig, weil Du den von mir eingestellten Link nochmals einstellst. Man kann es aber nicht genug betonen. Und eine Frage der politisch gefärbten Orientierung ist es schon lange nicht mehr.

LG
nicita