Brauchen wir eine neue Justiz?

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rattie
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Brauchen wir eine neue Justiz?

Beitrag von rattie » 02.12.2008, 16:31

Aufgrund der teilweise skandalösen Urteile in der jüngeren Vergangenheit bin ich für eine grundlegende Neuordnung in unserer Justiz. Es kann nicht sein, dass man sich mit Geld alles erkaufen kann. Wer gegen die Regeln der Allgemeinheit verstößt, gehört abgestraft. Und dann muss man sich die Höhe der Strafen ansehen. Es kann nicht sein, dass ein Manager, der absichtlich Millionen an der Steuer vorbeigeschleust hat (z.B. Herr Zumwinkel) mit einer Bewährungs- und Geldstrafe davonkommt und ein kleiner Angestellter, der ein paar tausend Euro auf die Seite räumt einsitzen muss. Es kann auch nicht sein, wie gestern wieder, dass eine Mutter, die drei Kinder umgebracht hat mit 4 Jahren davonkommt. Oder die Strafe für neunfachen Mord nach 26 Jahren abgesessen ist. Nein, dass passt alles nicht mehr zusammen.

Der Ratz
Andere zu erkennen ist Weisheit, sich selbst zu erkennen ist Erleuchtung. (Lao Tse)

Knurro_Knurreck
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Re: Brauchen wir eine neue Justiz?

Beitrag von Knurro_Knurreck » 02.12.2008, 20:19

rattie hat geschrieben:Aufgrund der teilweise skandalösen Urteile in der jüngeren Vergangenheit bin ich für eine grundlegende Neuordnung in unserer Justiz. Es kann nicht sein, dass man sich mit Geld alles erkaufen kann. Wer gegen die Regeln der Allgemeinheit verstößt, gehört abgestraft. Und dann muss man sich die Höhe der Strafen ansehen. Es kann nicht sein, dass ein Manager, der absichtlich Millionen an der Steuer vorbeigeschleust hat (z.B. Herr Zumwinkel) mit einer Bewährungs- und Geldstrafe davonkommt und ein kleiner Angestellter, der ein paar tausend Euro auf die Seite räumt einsitzen muss. Es kann auch nicht sein, wie gestern wieder, dass eine Mutter, die drei Kinder umgebracht hat mit 4 Jahren davonkommt. Oder die Strafe für neunfachen Mord nach 26 Jahren abgesessen ist. Nein, dass passt alles nicht mehr zusammen.

Der Ratz
Du wirfst alles in einen Topf: Rechtskräftige und nicht rechtskräftige Entscheidungen (über die man gar nicht reden muss, weil's ungelegte Eier sind) und unbelegte Dinge (zB der kleine Angestellte, der immer gut kommt). Dann stellst Du die Grundfesten der Demokratie, nämlich die Gewaltenteilung in Frage, indem Du scheint's eine Judikative wünschst, die sich ihre Gesetze selber macht, je nach Bedarf. Und ausserdem hast Du keins der Urteile gelesen und kennst weder die diesen zugrunde liegenden Gutachten noch die Begründung.

Solche Reden halte ich daher bedauerlicherweise für klartexthaft und/oder dadpaisch, wenn nicht sogar für paschaistisch.

Ich verstehe ja, dass Du Dich über den freigelassenen Klar aufregst, aber wenn das Gutachten so war, dass es aussagte, dass keine Wiederholungsgefahr von dem Mann ausgeht, dann konnten die Richter nicht anders, so bedauerlich und unverständlich das sein mag.

MfG Knurro

PS: Nach unserer Rechtsordnung kann es ohne Weiteres möglich sein, dass jemand, der Millionen hinterzieht, u. U. weniger gestraft wird, als einer, der nur 1000 € am Finanzamt vorbei mogelt. Es kommt immer auf die jeweiligen Umstände an und es gilt im übrigen der - noch von den alten Römern stammende - Grundsatz iudex non calculat (der Richter rechnet nicht).

rattie
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Re: Brauchen wir eine neue Justiz?

Beitrag von rattie » 02.12.2008, 20:35

Knurro_Knurreck hat geschrieben:
rattie hat geschrieben:Aufgrund der teilweise skandalösen Urteile in der jüngeren Vergangenheit bin ich für eine grundlegende Neuordnung in unserer Justiz. Es kann nicht sein, dass man sich mit Geld alles erkaufen kann. Wer gegen die Regeln der Allgemeinheit verstößt, gehört abgestraft. Und dann muss man sich die Höhe der Strafen ansehen. Es kann nicht sein, dass ein Manager, der absichtlich Millionen an der Steuer vorbeigeschleust hat (z.B. Herr Zumwinkel) mit einer Bewährungs- und Geldstrafe davonkommt und ein kleiner Angestellter, der ein paar tausend Euro auf die Seite räumt einsitzen muss. Es kann auch nicht sein, wie gestern wieder, dass eine Mutter, die drei Kinder umgebracht hat mit 4 Jahren davonkommt. Oder die Strafe für neunfachen Mord nach 26 Jahren abgesessen ist. Nein, dass passt alles nicht mehr zusammen.

Der Ratz
Du wirfst alles in einen Topf: Rechtskräftige und nicht rechtskräftige Entscheidungen (über die man gar nicht reden muss, weil's ungelegte Eier sind) und unbelegte Dinge (zB der kleine Angestellte, der immer gut kommt). Dann stellst Du die Grundfesten der Demokratie, nämlich die Gewaltenteilung in Frage, indem Du scheint's eine Judikative wünschst, die sich ihre Gesetze selber macht, je nach Bedarf. Und ausserdem hast Du keins der Urteile gelesen und kennst weder die diesen zugrunde liegenden Gutachten noch die Begründung.

Solche Reden halte ich daher bedauerlicherweise für klartexthaft und/oder dadpaisch, wenn nicht sogar für paschaistisch.

MfG Knurro

PS: Nach unserer Rechtsordnung kann es ohne Weiteres möglich sein, dass jemand, der Millionen hinterzieht, u. U. weniger gestraft wird, als einer, der nur 1000 € am Finanzamt vorbei mogelt. Es kommt immer auf die jeweiligen Umstände an und es gilt im übrigen der Grundsatz iudex non calculat (der Richter rechnet nicht).
Ich brauche keine Urteile lesen. Ich sehe die Auswirkungen. z.B. dass ein neunfacher Mörder nicht lebenslänglich sitzt sondern nach 26 Jahren Mindesthaftzeit seinen Hintern wieder in die Gesellschaft bewegen darf. Das ist gefühltes Recht und das steht jedem zu. Was die großen Politiker draus machen, kann der Bürger leider fast nicht beeinflussen. Auch Richter sind an Gesetze gebunden und können nicht nach gut dünken handeln. Aber scheinbar ist das leider so. Ich habe das am eigenen Leib verspürt und es ist nachweisbar. Willst du die skandalösen Urteile, die teilweise durch Prozessverschleppung oder durch Irrtümer in den letzten Jahren gefällt wurden, negieren? Nein, so einfach ist das nicht, lieber Knurro. Auch wenn du mich auf dieselbe Ebene wie Pascha oder Dadpa stellen willst. Du bist befangen, du weißt schon warum. Ich will das jetzt nicht öffentlich durchkauen. Allerdings siehst du da etwas mit einer rosa Brille, dass für manch Betroffenen schicksalsmäßig sein Leben verändert, nur weil ein Richter meint, seine menschenfreundliche Phase ausleben zu müssen. So schnell überzeugst du mich nicht mehr. Wer so viel mit den juristischen Organen wie ich zu tun hat und nicht darin involviert ist, sieht das etwas anders.

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Knurro_Knurreck
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Re: Brauchen wir eine neue Justiz?

Beitrag von Knurro_Knurreck » 02.12.2008, 20:53

rattie hat geschrieben:Ich brauche keine Urteile lesen. Ich sehe die Auswirkungen. z.B. dass ein neunfacher Mörder nicht lebenslänglich sitzt sondern nach 26 Jahren Mindesthaftzeit seinen Hintern wieder in die Gesellschaft bewegen darf. Das ist gefühltes Recht und das steht jedem zu. Was die großen Politiker draus machen, kann der Bürger leider fast nicht beeinflussen. Auch Richter sind an Gesetze gebunden und können nicht nach gut dünken handeln. Aber scheinbar ist das leider so. Ich habe das am eigenen Leib verspürt und es ist nachweisbar. Willst du die skandalösen Urteile, die teilweise durch Prozessverschleppung oder durch Irrtümer in den letzten Jahren gefällt wurden, negieren? Nein, so einfach ist das nicht, lieber Knurro. Auch wenn du mich auf dieselbe Ebene wie Pascha oder Dadpa stellen willst. Du bist befangen, du weißt schon warum. Ich will das jetzt nicht öffentlich durchkauen. Allerdings siehst du da etwas mit einer rosa Brille, dass für manch Betroffenen schicksalsmäßig sein Leben verändert, nur weil ein Richter meint, seine menschenfreundliche Phase ausleben zu müssen. So schnell überzeugst du mich nicht mehr. Wer so viel mit den juristischen Organen wie ich zu tun hat und nicht darin involviert ist, sieht das etwas anders.

Der Ratz
Ich verstehe ja, dass Du Dich über den freigelassenen Klar aufregst, aber wenn das Gutachten so war, dass es aussagte, dass keine Wiederholungsgefahr von dem Mann ausgeht, dann konnten die Richter nicht anders, so bedauerlich und unverständlich das sein mag.
Du solltest also nicht von "gefühltem Recht" reden, weil's das nicht gibt und dementsprechend nicht bauchmäßig argumentieren.
Der Richter macht seine Arbeit, wie jeder andere auch. Sein Werkzeug ist das Gesetz, die geltende Rechtsprechung und ggf. die Kommentare. Und wenn Prozesse lange dauern, dann steht dahinter keine Absicht, sondern es ergibt sich aus der Arbeitsbelastung. In aller Regel werden die Sachen der Reihe nach abgearbeitet. Bei Obergerichten sind mehrere Richter - von denen jeder seine eigene Meinung hat - für eine Sache zuständig, damit wird auch die Verantwortung aufgeteilt (da kann man dann auch eine sogenannte "menschenfreundliche Phase" ausschließen).

MfG Knurro

rattie
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Re: Brauchen wir eine neue Justiz?

Beitrag von rattie » 02.12.2008, 21:44

Knurro_Knurreck hat geschrieben:
rattie hat geschrieben:Ich brauche keine Urteile lesen. Ich sehe die Auswirkungen. z.B. dass ein neunfacher Mörder nicht lebenslänglich sitzt sondern nach 26 Jahren Mindesthaftzeit seinen Hintern wieder in die Gesellschaft bewegen darf. Das ist gefühltes Recht und das steht jedem zu. Was die großen Politiker draus machen, kann der Bürger leider fast nicht beeinflussen. Auch Richter sind an Gesetze gebunden und können nicht nach gut dünken handeln. Aber scheinbar ist das leider so. Ich habe das am eigenen Leib verspürt und es ist nachweisbar. Willst du die skandalösen Urteile, die teilweise durch Prozessverschleppung oder durch Irrtümer in den letzten Jahren gefällt wurden, negieren? Nein, so einfach ist das nicht, lieber Knurro. Auch wenn du mich auf dieselbe Ebene wie Pascha oder Dadpa stellen willst. Du bist befangen, du weißt schon warum. Ich will das jetzt nicht öffentlich durchkauen. Allerdings siehst du da etwas mit einer rosa Brille, dass für manch Betroffenen schicksalsmäßig sein Leben verändert, nur weil ein Richter meint, seine menschenfreundliche Phase ausleben zu müssen. So schnell überzeugst du mich nicht mehr. Wer so viel mit den juristischen Organen wie ich zu tun hat und nicht darin involviert ist, sieht das etwas anders.

Der Ratz
Ich verstehe ja, dass Du Dich über den freigelassenen Klar aufregst, aber wenn das Gutachten so war, dass es aussagte, dass keine Wiederholungsgefahr von dem Mann ausgeht, dann konnten die Richter nicht anders, so bedauerlich und unverständlich das sein mag.
Du solltest also nicht von "gefühltem Recht" reden, weil's das nicht gibt und dementsprechend nicht bauchmäßig argumentieren.
Der Richter macht seine Arbeit, wie jeder andere auch. Sein Werkzeug ist das Gesetz, die geltende Rechtsprechung und ggf. die Kommentare. Und wenn Prozesse lange dauern, dann steht dahinter keine Absicht, sondern es ergibt sich aus der Arbeitsbelastung. In aller Regel werden die Sachen der Reihe nach abgearbeitet. Bei Obergerichten sind mehrere Richter - von denen jeder seine eigene Meinung hat - für eine Sache zuständig, damit wird auch die Verantwortung aufgeteilt (da kann man dann auch eine sogenannte "menschenfreundliche Phase" ausschließen).

MfG Knurro
Bei dem Fall Klar greife ich nicht die Richter an, sondern das deutsche Recht. Mir ist auch klar, dass mein Bauchgefühl nicht dem Gesetz entspricht. Aber wenn du eine Umfrage im Fall dieses Massenmörders (oder muss man jetzt sagen Exmassenmörder) machen würdest, dann siehst du, dass hier nicht im Namen des Volkes geurteilt wurde. Und genauso verhält es sich bei Urteilen z.B. bei Mehmet, Ackermann usw. usw. Du kannst einen Prominentenbonus einfach nicht leugnen. Teilweise sind die Richter sogar überfordert und ein erfahrener Anwalt ist ihm haushoch überlegen. Aktueller Fall bei uns. Als es um Preiskürzungen aufgrund § 315 BGB gegen den Stromversorger ging, kam am Ende der Anhörung: Tja Leute, und was machen wir jetzt? Er gab sogar öffentlich zu, in diesem Verfahren überfordert zu sein. Du sagst, das Werkzeug des Richters ist das Gesetz. Richtig, in meinem Fall z.B. das Beamtenrecht, dass mein Anliegen Punkt für Punkt eindeutig geregelt hat. Das Verwaltungsgericht hat dies erkannt und mir recht gegeben. (Hatte das nachgeordnete Gericht ein anderes Beamtengesetz?) So, und nun mein Verdacht (den ich leider nicht beweisen kann). Da es bei diesem Urteil zu einem bundesweiten Sturm von bestimmten Beamten gekommen wäre und eine Flut von Prozessen ausgelöst hätte, hat der Bayerische Gerichtshof das Urteil für nichtig erklärt und sofort die Revision ausgeschlossen. In unserer Stadt musste ein Oberstaatsanwalt seinen Posten abgeben, nachdem er durch Tätigkeiten als Politiker übersehen hatte, dass zwei Schwerverbrecher fristgemäß angeklagt werden mussten. Beide mussten daraufhin freigelassen werden. Und das bezeichnest du z.B. als Arbeitsüberlastung? Alles aktuelle Fälle und schau in die Presse und du wirst fast täglich über skandalöse Zustände in der Justiz lesen. Und jetzt darfst du mich wieder mit Pascha oder DadPa vergleichen. Mag sein, dass ich populistisch bin, aber der Grundsatz ist eben: "Im Namen des Volkes" und nicht " Im Namen des Geldes".

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coco
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Beitrag von coco » 03.12.2008, 03:58

Guten Morgen Rattie,
ich glaube nicht das man das Rad neu erfinden muss, was nötig ist wäre die bestehenden Gesetze konsequent(er) anzuwenden.

Wir müssen damit aufhören Entschuldigungen für die Täter zu finden, etwas was man selbst in dem kleinen Kreis hier teilweise findet. Wir brauchen die Erkenntnis das sich Täter außerhalb den Normen der Gesellschaft bewegt haben, Normen die wir selbst akzeptieren und die wir als Teil selbst geprägt haben. Normen und Werte, die die Mütter und Väter hier unter uns im Forum an ihre Kinder weitergeben bzw. weitergegeben haben.
Wenn ich von Normen rede, so meint dieses nicht Schubladen, sondern Räume, die eigene Persönlichkeiten zulassen und ich behaupte wir in diesem Kreis bewegen uns alle innerhalb dieser Freiräume und jeder von uns hat seine individuelle Persönlichkeit geprägt.

Ich möchte jetzt, auch wenn es in diesem Beitrag vielleicht off Topic ist noch auf ein anderes Thema eingehen. Du sprachst den User DaPa an...
Ich möchte keine Grundsatzdiskussion eröffnen, da ich Diskussionen über das Vorgehen für überflüssig halte.
Das was für mich zählt ist das Ergebnis und die Feststellung das man die Gründe und Ursachen für das Scheitern des ersten Anlaufes nicht ausschließlich bei DadPa suchen kann. Ein Teil der Reaktionen dürfte, wie der weitere Diskussionsverlauf zeigt wohl durch uns hervorgerufen worden sein. Aus diesem Grunde würde ich es für fair und richtig halten die Seite zu vergessen, die uns allen negativ im Gedächtnis ist und mit der Seite weiter machen, die sich als angenehmer und umgänglicher Diskussionspartner herausgestellt hat. Populismus habe ich jedenfalls in er letzten Zeit nicht erkennen können.

Liebe Grüße
coco
;) [url=http://www.kaleidoskop-sky.info]SoS[/url] sUChSt Du nOcH oDEr LeBsT dU ScHOn ¿

rattie
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Beitrag von rattie » 03.12.2008, 08:38

coco hat geschrieben:Guten Morgen Rattie,
ich glaube nicht das man das Rad neu erfinden muss, was nötig ist wäre die bestehenden Gesetze konsequent(er) anzuwenden.

Wir müssen damit aufhören Entschuldigungen für die Täter zu finden, etwas was man selbst in dem kleinen Kreis hier teilweise findet. Wir brauchen die Erkenntnis das sich Täter außerhalb den Normen der Gesellschaft bewegt haben, Normen die wir selbst akzeptieren und die wir als Teil selbst geprägt haben. Normen und Werte, die die Mütter und Väter hier unter uns im Forum an ihre Kinder weitergeben bzw. weitergegeben haben.
Wenn ich von Normen rede, so meint dieses nicht Schubladen, sondern Räume, die eigene Persönlichkeiten zulassen und ich behaupte wir in diesem Kreis bewegen uns alle innerhalb dieser Freiräume und jeder von uns hat seine individuelle Persönlichkeit geprägt.

Ich möchte jetzt, auch wenn es in diesem Beitrag vielleicht off Topic ist noch auf ein anderes Thema eingehen. Du sprachst den User DaPa an...
Ich möchte keine Grundsatzdiskussion eröffnen, da ich Diskussionen über das Vorgehen für überflüssig halte.
Das was für mich zählt ist das Ergebnis und die Feststellung das man die Gründe und Ursachen für das Scheitern des ersten Anlaufes nicht ausschließlich bei DadPa suchen kann. Ein Teil der Reaktionen dürfte, wie der weitere Diskussionsverlauf zeigt wohl durch uns hervorgerufen worden sein. Aus diesem Grunde würde ich es für fair und richtig halten die Seite zu vergessen, die uns allen negativ im Gedächtnis ist und mit der Seite weiter machen, die sich als angenehmer und umgänglicher Diskussionspartner herausgestellt hat. Populismus habe ich jedenfalls in er letzten Zeit nicht erkennen können.

Liebe Grüße
coco
Hallo coco,

nicht ich habe den Nick DadPa in die Diskussion eingebracht, sondern Knurro. Daher bist du bei mir beim falschen Ansprechpartner. Lies weiter oben nochmals nach, dann wirst du die Ursache finden.

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Knurro_Knurreck
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Beitrag von Knurro_Knurreck » 03.12.2008, 13:44

rattie hat geschrieben:
coco hat geschrieben:Guten Morgen Rattie,
ich glaube nicht das man das Rad neu erfinden muss, was nötig ist wäre die bestehenden Gesetze konsequent(er) anzuwenden.

Wir müssen damit aufhören Entschuldigungen für die Täter zu finden, etwas was man selbst in dem kleinen Kreis hier teilweise findet. Wir brauchen die Erkenntnis das sich Täter außerhalb den Normen der Gesellschaft bewegt haben, Normen die wir selbst akzeptieren und die wir als Teil selbst geprägt haben. Normen und Werte, die die Mütter und Väter hier unter uns im Forum an ihre Kinder weitergeben bzw. weitergegeben haben.
Wenn ich von Normen rede, so meint dieses nicht Schubladen, sondern Räume, die eigene Persönlichkeiten zulassen und ich behaupte wir in diesem Kreis bewegen uns alle innerhalb dieser Freiräume und jeder von uns hat seine individuelle Persönlichkeit geprägt.

Ich möchte jetzt, auch wenn es in diesem Beitrag vielleicht off Topic ist noch auf ein anderes Thema eingehen. Du sprachst den User DaPa an...
Ich möchte keine Grundsatzdiskussion eröffnen, da ich Diskussionen über das Vorgehen für überflüssig halte.
Das was für mich zählt ist das Ergebnis und die Feststellung das man die Gründe und Ursachen für das Scheitern des ersten Anlaufes nicht ausschließlich bei DadPa suchen kann. Ein Teil der Reaktionen dürfte, wie der weitere Diskussionsverlauf zeigt wohl durch uns hervorgerufen worden sein. Aus diesem Grunde würde ich es für fair und richtig halten die Seite zu vergessen, die uns allen negativ im Gedächtnis ist und mit der Seite weiter machen, die sich als angenehmer und umgänglicher Diskussionspartner herausgestellt hat. Populismus habe ich jedenfalls in er letzten Zeit nicht erkennen können.

Liebe Grüße
coco
Hallo coco,

nicht ich habe den Nick DadPa in die Diskussion eingebracht, sondern Knurro. Daher bist du bei mir beim falschen Ansprechpartner. Lies weiter oben nochmals nach, dann wirst du die Ursache finden.

Der Ratz
Dadpaismus, die Lehre von der allumfassenden Verschwörung. Sie geht auf Franz Habakuk Dadpa (geb. Leipzig 1712 - gest. Engschalking 1824), illegitimer Sohn des Fürsten von Schweinback, zurück. Dadpa sah in jedem wirtschaftlichen und politischen Vorgang einen parallelen Nebenverschwörungsvorgang, der meist auf Zahlung von Geld bzw. Annahme von Vorteilen beruhte. Der berühmte Ausspruch "Alle nehmen" stammt aus einer Vorlesung, die D. an der bedeutenden Universität von Vilsbiburg im Jahre 1823 hielt.

Weitere Einzelheiten zu Dadpa siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Habakuk_Dadpa

MfG Knurro

coco
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Beitrag von coco » 03.12.2008, 16:16

Hallo rattie,
ich meinte nicht explizit Dich in Bezug auf DadPa sondern wollte das mal allgemein ansprechen. Wenn jemand anschließend da weiter macht wo er aufgehört hat so ist dies verwerflich, wenn er wie in diesem Fall einen Neuanfang macht, aus dem sachliche Diskussionen hervorgehen ist dies aus meiner Sicht entschuldbar.

Wer noch an die Gewaltenteilung und die Unabhängigkeit der Justiz glaubt, der sollte aus seinem Dornröschenschlaf erwachen und den Obrigkeitsglauben, der manchmal zum Synaptomys-Syndrom ausartet, ablegen. Die Justiz handelt nicht nur im Großen, manchmal auch im Kleinen auf Weisung der Exekutive bzw. der Behörden.

Liebe Grüße
coco
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Beitrag von Knurro_Knurreck » 03.12.2008, 17:47

coco hat geschrieben: Die Justiz handelt nicht nur im Großen, manchmal auch im Kleinen auf Weisung der Exekutive bzw. der Behörden.

Gefällt mir nicht mehr, diese Diskussion. Ich habe versucht, Sachverhalte und Umstände zu erläutern, aber wenn dies mit einem solchen Satz kommentiert wird, dann bin ich wohl nicht verstanden worden.

Im Übrigen: Kein Richter hat ein Interesse eine Sache so oder so zu entscheiden; er bekommt so und so dasselbe Gehalt.

Ich werde mich künftig an derartigen Diskussionen nicht mehr beteiligen...

LG Knurro

Baby
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Beitrag von Baby » 03.12.2008, 17:59

Kann ich gut verstehen...

Was kam? Solche Sätze...
Die Justiz handelt nicht nur im Großen, manchmal auch im Kleinen auf Weisung der Exekutive bzw. der Behörden.

Lieben Gruß

Baby
Sein, nicht scheinen

coco
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Beitrag von coco » 03.12.2008, 18:18

Also mein lieber knurro,
wenn Du Dadpaismus als Sachverhalt darlegen verstehst, dann erklär mal bitte was Du unter einem persönlichen Seitenhieb verstehst.
Was an dem von mir hier zitierten Satz falsch sein soll erschließt sich mir nicht, denn dafür gibt es im Großen und im Kleinen auch Belege.
Insgesamt nimmt die Form der Diskussion, die aus meiner Sicht weitestgehend persönlichen Motiven entspringt kleinkindliches Verhalten an.. Verschwör, verschwör zu rufen und sich auf „öffentliche“ Berichte zu berufen, seien die Inhalte, so man sich denn mit ihnen befasst, auch noch so schwachsinnig ist sicher der bequemere Weg, nach meinem Dafürhalten keineswegs der Sachlich.

Liebe Grüße
coco
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Beitrag von Knurro_Knurreck » 03.12.2008, 18:45

coco hat geschrieben:Also mein lieber knurro,
wenn Du Dadpaismus als Sachverhalt darlegen verstehst, dann erklär mal bitte was Du unter einem persönlichen Seitenhieb verstehst.
Was an dem von mir hier zitierten Satz falsch sein soll erschließt sich mir nicht, denn dafür gibt es im Großen und im Kleinen auch Belege.
Insgesamt nimmt die Form der Diskussion, die aus meiner Sicht weitestgehend persönlichen Motiven entspringt kleinkindliches Verhalten an.. Verschwör, verschwör zu rufen und sich auf „öffentliche“ Berichte zu berufen, seien die Inhalte, so man sich denn mit ihnen befasst, auch noch so schwachsinnig ist sicher der bequemere Weg, nach meinem Dafürhalten keineswegs der Sachlich.

Liebe Grüße
coco
Liebe Coco, irgendwie bist Du heute unlustig.

...und es ist doch nicht so schwer, zwischen Satire und Ernsthaftigkeit zu unterscheiden, auch wenn dies nicht besonders gekennzeichnet ist.

Ich habe mir übrigens schon etwas überlegt, bei der Definition des Dadpaismus und ich finde diese Einstellung insgesamt bedauerlich. Denn im Endeffekt besagt sie nur, dass alles in unserem Rechtsstaat auf Korruption und Selbstbereicherung beruht. Damit werden aber die vielen rechtstreuen Bürger, für die solches nicht zutrifft, in einen Topf mit wenigen Vorteilsnehmern geworfen. Dagegen wende ich mich.

LG Knurro

Sonnerl
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Beitrag von Sonnerl » 03.12.2008, 20:20

Knurro_Knurreck hat geschrieben: Ich habe mir übrigens schon etwas überlegt, bei der Definition des Dadpaismus und ich finde diese Einstellung insgesamt bedauerlich. Denn im Endeffekt besagt sie nur, dass alles in unserem Rechtsstaat auf Korruption und Selbstbereicherung beruht. Damit werden aber die vielen rechtstreuen Bürger, für die solches nicht zutrifft, in einen Topf mit wenigen Vorteilsnehmern geworfen. Dagegen wende ich mich.

LG Knurro
Hallo Knurro,

da wirfst du aber meine Ansichten und Meinungen auch in einen Topf. Ich habe nie behauptet, daß alle Politiker an Verschwörungen teilhaben oder daß die gesamte Justiz korrupt ist. Das ist auch keineswegs meine Meinung. Mir ist durchaus klar, daß die Mehrheit der Leute grundehrliche Menschen sind, die nach besten Wissen und Gewissen handeln.
Was mich an deinem Knurroismus stört ist dein unerschütterlicher, kritikresistenter Glaube an die Justiz. Betrachte es bitte nicht als Beleidigung, sondern als Kritik.
Für mich hört sich das in etwa so an: Die Justiz ist die Justiz und weil es die Justiz ist, ist sie unangreifbar, nicht zu kritisieren und absolut unfehlbar. Basta. In meinen Augen eine gefährliche Einstellung!

Ich gebe dir ja in großen Zügen Recht. Und es ist wie gesagt in den allermeisten Fällen so, daß Recht gesprochen wird. Aber du kannst dich auf den Kopf stellen - es ist einfach auffällig, daß z.B. gerade Verfahrensfehler, Fristüberschreitungen und/oder verschwundene Akten, Festplatten immer bei den Zumwinckels, Hartz, Max Strauß etc. passieren. Ich brauche auch keine Urteilsbegründungen zu lesen, damit ich nicht verstehe warum ein Bierfahrer der mit 0,9 Promille erwischt wird ruiniert ist und ein Otto Wiesheu, weil er im Suff einen Todgefahren hat zwar als Minister zurücktreten muß, ein Bewährungsstrafe bekommt, zwischenzeitlich ein paar Jährchen als Präsident der Hans-Seidl-Stiftung runterreißt, wieder Minister wird und mitten im Amt in den Vorstand zur Bahn wechselt, für die er ausgerechnet als Verkehrsminister zuständig war.

Im Übrigen: Deine Aussage, daß Richter grundsätzlich keinen Vorteil haben, da ihr Gehalt sowieso am 1. kommt - nicht mehr und auch nicht weniger, egal wie er urteilt, ist falsch. Sowas läuft anders. Du kannst es natürlich mit Verschwör-Verschwör abwiegeln - aber die Häufung von Richtern die nicht so geurteilt haben wie gewollt in der Uckermark, ist auch auffällig.

Paß mal auf Knurro: Stell dir vor du bist Richter in Augsburg (vielleicht bist du es ja auch). Du bekommst einen Prozeß, sagen wir mal mit Max Strauß als Angeklagten. Du bist jung, dynamisch und dieser Prozeß bringt natürlich einen Schub für deine Karriere.
Nun hast du die Wahl: Du urteilst richtig und wirst ins Justizministerium versetzt, ob du nach Berlin willst oder nach München, oder sonstwohin in beliebiger Position -egal- man wird deinem Wunsch nachkommen
oder
du urteilst falsch und fieberst deiner Pension an einem Landgericht irgendwo in der Uckermark entgegen.
Nun stell dir vor, du hast zu Hause eine junge hübsche Augsburgerin die mächtig stolz auf dich ist aber überhaupt nicht in die Uckermark will und drei kleine Kinder?
Soll ich dich jetzt fragen wie du Max Strauß beurteilen/verurteilen würdest?


Nun zu dem anderen Thema - eigentlich ist den Worten von Coco nicht viel hinzuzufügen. Allerdings scheint es für dich ein Problem zu sein, und ich möchte nicht, daß andere für mich sprechen müssen.
Es wäre schön, wenn du Fragen/Kritik hast, die an mich direkt zu stellen und nicht indirekt in einem Beitrag verkleidet als Anspielung.
Ich denke wir können hier offen über alles Reden?! Dazu brauchts keine "PA".
Ansonsten kann ich nur spekulieren welche Frage/n du hättest. z.B. warum ich ausgerechnet hier meinen Senf abgeben will? Es gibt 1000de Foren!
Warum war ich so lange bei den Klartextlern, bin es jetzt nicht mehr?
Frag einfach offen und ehrlich und ich antworte offen und ehrlich!

Wenn du ein Problem mit mir hast, ich werds überleben, sags bitte direkt. Alles Andere hat was von Kindergarten. Ich bin sicherlich Manns genug auf Augenhöhe zu streiten und auch mal klein bei zu geben.

Gruß Sonnerl
oder Dad Pa was auch immer du willst.

Ps.: Wer glaubt, daß Abteilungleiter Abteilungen leiten, der glaubt auch, daß Zitronenfalter....

coco
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Beitrag von coco » 03.12.2008, 20:54

Hallo Sonnerl,
als erstes lag es mir fern „für“ Dich zu sprechen ;), das kann ich ohnehin nicht. Es lag mir nur auf dem Herzen, weil ich alte Vorbehalte aufbrechen sah und bevor hier wieder ein Mordsgebrüll losbricht wollte ich das nur einmal loswerden.

Was die Justiz betrifft, so besteht diese bekanntlich nicht aus Richtern, eine Inhaltliche Auseinandersetzung erfolgte wohl weniger und ein mehrfaches Zitieren meines Satzes macht diesen weder richtiger noch falscher. Wer ihn als falsch ansieht, der hat sich offensichtlich wenig mit Justiz und/oder Behörden auseinandergesetzt. Staatsanwälte beispielsweise arbeiten weisungsgebunden vom Justizministerium.
Sie gelten als unabhängig, nur dem Recht und der Wahrheit verpflichtet: Staatsanwälte, die obersten Ermittler und Ankläger im Namen des Gesetzes. Vor ihnen sind alle gleich: einfache Bürger und hochkarätige Politiker, Gewerkschafter und Firmenbosse, Wähler und Ministerpräsidenten. Leider falsch. Denn Staatsanwälte werden von Justizministern kontrolliert, und die sorgen bei Bedarf dafür, dass die Justiz nach ihrer Pfeife tanzt.
Der Film von Christoph Maria Fröhder und Hans Leyendecker ist ein Ausflug ins Wunderland von Recht und Ordnung: Wenn es der Politik nützt, werden Ermittlungen behindert, die Ermittler abgemahnt und bei Bedarf versetzt, geplante Hausdurchsuchungen vorab ausgeplaudert, Maulkörbe verhängt. Justizalltag in einem Land, dessen Nachkriegsgeschichte leicht als Geschichte von Parteispendenskandalen geschrieben werden könnte. Illegale Machenschaften ohne nennenswerte juristische Folgen: Allenfalls Geldbußen wurden bis heute verhängt, die meisten Verfahren nach monatelangem Gerangel eingestellt. Sieger: die Politik. Der Film rekonstruiert brisante Fälle von „A“ wie Adenauer über „K“ wie Koch, Kohl und Kiep bis „W“ wie Wienand. Ob CDU oder SPD: Wenn die Staatsanwälte nicht spuren, zeigt der Minister parteiübergreifend den Weg. Ermittlung nicht erwünscht, Schluss der Debatte. Die Folge: demotivierte, überforderte, verängstigte Beamte. Nach Jahrzehnten politischer Einflussnahme haben die Staatsanwaltschaften vielerorts resigniert. Technisch schlecht ausgestattet verlieren sie immer mehr den Anschluss an moderne Ermittlungsmethoden. Maulkorb für den Staatsanwalt – eine investigative Dokumentation über politische Moral und die Justiz und über die Folgen für das Recht in Deutschland. (Text der ARD-Programminformation)
Der Link zum Film:
http://de.video.search.yahoo.com/video/ ... 0199788866

Liebe Grüße
coco
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