Was bringt die Liberalisierung?

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Sollten bestimmte Dinge des täglichen Lebens wieder unter staatliche Aufsicht gestellt werden?

Umfrage endete am 05.05.2008, 11:42

ja
8
100%
nein
0
Keine Stimmen
weiß nicht
0
Keine Stimmen
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 8

rattie
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Was bringt die Liberalisierung?

Beitrag von rattie » 25.04.2008, 11:42

Leute, ihr wißt ja, dass ich ein großer Verfechter der staatlichen Aufsicht für bestimmte Bereiche bin. Jetzt stelle ich einmal eine Frage in den Raum, deren Antworten mich brennend interessieren:

WAS HAT UNS BÜRGERN DIE LIBERALISIERUNG VON WASSERWIRTSCHAFT, ENERGIEVERSORGUNG, BAHN, POST und TELEKOM gebracht?

Für reichlich Reaktion wäre ich dankbar. Ich hoffe, ich kann hier einmal eine faire aber harte Diskussion anstossen. Macht euch mal wirkliche Gedanken und wiederholt bitte keine Stammtischparolen. Ich finde das Thema zu ernst.

Der neugierige Ratz

PS: Bitte nehmt auch die Möglichkeit einer Antwort in der Umfrage wahr.
Vielleicht könnt ihr diese Frage auch mal in anderen Foren stellen.
Andere zu erkennen ist Weisheit, sich selbst zu erkennen ist Erleuchtung. (Lao Tse)

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obi11
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Beitrag von obi11 » 25.04.2008, 12:21

Die Berliner Wasserwirtschaft ist nur Teilprivatisiert, erfährt aufgrund dessen meiner Ansicht nach einiges an Preissteigerungen und die Einfälle wie man Verbrauchern trotz Sparens das Geld aus der Tasche ziehen kann spiegelt sich in dubiosen Abrechnungsmethoden wieder.
Für Berlin heißt das konkret das die Wasserrechnung nicht mehr ausschließlich verbrauchsabhängig sein wird, sonder schon aufgrund des Durchflussvolumens sprich der Größe der verbauten Wasseruhr pauschal gezahlt werden darf.
Das die Fördermenge gesunken ist zeigt ein vielerorts steigender Grundwasserspiegel, der Haushalte zu neuerlichen Investitionen zwingt um die Keller vor Feuchtigkeit bzw. Wassereinbruch zu schützen….
Man kann mich jetzt kritisieren, weil wir bei staatlicher Leitung die erhöhten Preise durch Subventionen und Zuzahlungen der roten Zahlen ohnehin aus unserem Steueraufkommen ausgeglichen haben, eines mussten wir jedoch nicht, eine zusätzliche Spekulationsabgabe aufbringen.
Privatisierung heißt folglich langfristig Preisanstiege und weniger Service. Ich glaub da muss ich nicht weiter einschränken :?

Sonnerl
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Beitrag von Sonnerl » 25.04.2008, 15:02

Beispiel Telefonieren: Es wird immer behauptet, daß das telefonieren billiger geworden ist. Das stimmt zwar, aber nur oberflächlich gesehen. Die Ausgaben für die einzelnen Haushalte für Telekomunikation sind seit der Privatisierung dramatisch angestiegen. Klar, es wird auch mehr geboten!

Geboten wird auch mehr an, ich kann es nicht anders formulieren, krimineller Abzocke. Stichwort 0190er Nummern. Ich glaube es war so 1997/98 als diese Nummer eingeführt wurde. Kinder, Erwachsene, viele ältere Menschen wurden mit dieser Nummer über den Tisch gezogen, manchmal sogar in die Privatinsolvenz getrieben. Hochverschuldete Kinder sind keine Seltenheit mehr.
Es dauerte viele Jahre bis die Politik darauf reagierte und in Persona Frau Künast diese Nummer verboten hatte, aber erst dann als die Telekommunikationsindustrie bereits mit anderen Vorwahlnummern den Markt abgrasen konnte.
Ich selbst wurde bereits mehrmals, bzw. meine Kinder kräftig abgezockt, zwar nicht mit Vorwahlnummern, aber auf andere weise. Tele 2 ist z.B. so eine Firma der man getrost kriminelle Machenschaften unterstellen kann. Gegen solche Unternehmen helfen weder Anzeigen noch Sammelklagen.
In meinem direkten Umfeld kenne ich fast niemand, der nicht schon wenigstens einmal in irgendeiner Form reingelegt wurde.

Die Privatisierung der Telekommunikation hat sogesehen dem industriellen Betrug Tür und Tor geöffnet. Schutz und Rechssicherheit sind von staatlicher Seite nicht zu erwarten, im Gegenteil!

Gruß Sonnerl

Knurro_Knurreck
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Re: Was bringt die Liberalisierung?

Beitrag von Knurro_Knurreck » 25.04.2008, 16:30

rattie hat geschrieben:Leute, ihr wißt ja, dass ich ein großer Verfechter der staatlichen Aufsicht für bestimmte Bereiche bin. Jetzt stelle ich einmal eine Frage in den Raum, deren Antworten mich brennend interessieren:

WAS HAT UNS BÜRGERN DIE LIBERALISIERUNG VON WASSERWIRTSCHAFT, ENERGIEVERSORGUNG, BAHN, POST und TELEKOM gebracht?

Für reichlich Reaktion wäre ich dankbar. Ich hoffe, ich kann hier einmal eine faire aber harte Diskussion anstossen. Macht euch mal wirkliche Gedanken und wiederholt bitte keine Stammtischparolen. Ich finde das Thema zu ernst.

Der neugierige Ratz

PS: Bitte nehmt auch die Möglichkeit einer Antwort in der Umfrage wahr.
Vielleicht könnt ihr diese Frage auch mal in anderen Foren stellen.
Du kannst mich im Hinblick auf die Privatisierung fragen, an, welchem bekannten Körperteil diese hängt...

MfG Knurro

Baby
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Beitrag von Baby » 25.04.2008, 16:35

Da wo der Hammer hängt? :wink:


LG


Baby


P.S. Aber recht hast du....
Sein, nicht scheinen

Knurro_Knurreck
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Beitrag von Knurro_Knurreck » 25.04.2008, 17:22

Baby hat geschrieben:Da wo der Hammer hängt? :wink:


LG


Baby


P.S. Aber recht hast du....
Ah, Du weißt es. Kann es sein, dass wir das Thema schon mal hatten?

LG Knurro

gnadenlos
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Beitrag von gnadenlos » 25.04.2008, 17:39

Wünschenswert wäre das in bestimmten Bereichen ganz sicher. Allerdings wäre dazu (und deshalb) wünschenswert (erforderlich?), dass der Staat eine volle Souveränität hat. Die hat er schon allein aufgrund der EU-Politik nicht. Was nutzt die Verstaatlichung, wenn die Regierung nicht regieren kann, so wie es das eigene Volk möchte?

Gruß
gnadenlos
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gnadenlos
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Beitrag von gnadenlos » 25.04.2008, 17:41

Die Umfrage ist jetzt aber nicht Präservativ (oder wie das heißt)!? :)
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feuerxxw
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Schwere Frage !!!!!

Beitrag von feuerxxw » 25.04.2008, 22:08

Liberalisierung ist seitens des Staates notwendig und der einzige und richtige Weg um Groß-Unternehmen wirtschaftlich zu betreiben. Er wird niemals in der Lage sein Entscheidungen zu treffen, die für das Unternehmen gut und notwendig sind . Nach meiner Meinung sollte er lieber seinen Staatsbesitz am Unternehmen generell bei 51% festsetzen und 49 % privat vergeben. So ist er in der Lage bei Notwendigkeit zu bestimmen, wie weit die "Privaten" im Interesse des Volkes maximal gehen dürfen. :?:
Auch die Ruhe ist ein Teil des Lebens

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